slider4.jpg

Nachehelicher Unterhalt wegen Alters

Diesen Unterhalt kann der bedürftige Ehegatte verlangen, wenn ihm aufgrund seines Alters eine Erwerbstätigkeit nicht mehr zugemutet werden kann. Wann dies der Fall ist, hat im Gesetz nicht klar geregelt. Im Einzelfall werden folgende Merkmale bei der Zumutbarkeit berücksichtigt:

  • Das Lebensalter des Bedürftigen: Teilweise wird die Altersgrenze bei 58,5 Jahren gezogen, regelmäßig besteht aber bei Eintritt in das Rentenalter (Vollendung des 65. Lebensjahres, ab 2012 stufenweise bis auf 67 Jahre) keine Verpflichtung mehr, sich um eine Erwerbstätigkeit zu bemühen. Ausnahmen sollen für Ex-Ehe-gatten gelten, die bereits während der Ehe freiberuflich tätig gewesen sind. Eine Erwerbstätigkeit kann, nach vereinzelten Gerichtsurteilen, bereits für einen ab 53 Jahre alten Unterhalt Begehrenden entfallen, wenn er über keine oder nur geringe Berufsausbildung verfügt und während einer langen Ehe nie erwerbstätig war und aufgrund eines gemeinsamen Lebensplans Kinder betreut und den Haushalt geführt hat.
  • Schul- und Berufsausbildung des Bedürftigen
  • Dauer und Stand der beruflichen Fähigkeiten;
  • Letzte Erwerbstätigkeit;
  • Gesundheitszustand;
  • Dauer der Ehe;
  • Lebensplanung der Ehegatten u. a. hinsichtlich Berufstätigkeit, Kinderbetreuung und Haushaltsführung.

Kommt unter Berücksichtigung der vorgenannten Merkmale eine Erwerbstätigkeit in Frage, kann ungeachtet dessen dennoch Altersunterhalt beansprucht werden, wenn der Unterhaltsberechtigte nachweisen kann, dass er keine reale Chance auf dem Arbeitsmarkt hat, er also keinen Arbeitsplatz zu finden vermag.

Einsatzzeitpunkte

§ 1571 BGB nennt für den Unterhaltsanspruch wegen Alters nachfolgende Zeitpunkte, in denen der Unterhaltsberechtigte altersbedingt keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen muss:

  • Zeitpunkt der Scheidung

    Bsp.: Der Unterhaltsbedürftige steht im Zeitpunkt der Scheidung bereits kurz vor der Rente oder befindet sich bereits im Rentenalter.

  • Zeitpunkt der Beendigung der Pflege oder Erziehung eines gemeinschaftlichen Kindes, § 1570 BGB;
  • Zeitpunkt des Wegfalls der Voraussetzungen für einen Unterhaltsanspruch wegen Krankheit/Gebrechens bzw. Arbeitslosigkeit/Aufstockung

    Bsp.: Die F betreute zunächst das gemeinsame Kind. Nach Vollendung des 3. Lebensjahrs des Kindes erkrankt die F, sie bezieht Unterhalt wegen Krankheit. Nach Gesundung nimmt kommt für F wegen Alters keine Erwerbstätigkeit mehr in Betracht. Sie kann nunmehr Unterhalt wegen Alters beanspruchen.

Herabsetzung und Begrenzung des Unterhalts

Nicht in jedem Fall ist der Unterhaltsanspruch zeitlich unbegrenzt gewährt. Ebenso richtet er sich der Höhe nach nicht immer nach den ehelichen Lebensverhältnissen. Lesen Sie weiter im Themenblock Herabsetzung und zeitliche Beschränkung.

Empfehlen Sie diesen Artikel weiter
Rating: 5.0. From 9 votes.
Please wait...

Kommentar schreiben - Frage stellen - Interessantes mitteilen

Hinterlasse den ersten Kommentar!

wpDiscuz