Online Scheidung

Familienunterhalt

Dieser Unterhalt entsteht mit Schließung der Ehe bzw. Eintragung einer Lebenspartnerschaft. Insofern wird auf Gründen der Übersichtlichkeit nachfolgend nur von Ehegatten gesprochen.

Jeder der Ehegatten ist verpflichtet, einen angemessenen Beitrag zur Finanzierung des Lebensbedarfs der Familie beizusteuern. Hierbei ist es gleichgültig, ob beide Ehegatten erwerbstätig sind (Doppelverdienerehe) oder nur einer (Haushaltsführungsehe). Bei der Doppelverdienerehe tragen beide Ehegatten zur Finanzierung des Lebensbedarfs und Führung des Haushalts bei. Bei der Haushaltsführungsehe stellt nur ein Erwerbstätiger die finanziellen Mittel bereit, während der andere seinen Teil durch Führung des Haushalts und Betreuung und Versorgung des Kinder erbringt.

Was umfasst der Familienunterhalt?

  • Laufende Kosten des Haushaltes: Wohnung (einschließlich Miete mit Nebenkosten, Kreditraten für die eigene Immobilie, Verbrauchskosten, Reparaturen, Telefon, Internet etc.)
  • Kosten der persönlichen Bedürfnisse: Ernährung, Wirtschafts-und Haushaltsgeld für die täglichen Geschäfte, Bekleidung, persönlicher Bedarf, Krankenvorsorge, Versorgung, Altersvorsorge, Freizeit und Hobby, Erholung, Ausbildung, Fortbildung, Taschengeld für haushaltsführenden Ehegatten (etwa 5% des Nettoeinkommens), Versicherungen
  • Kindesunterhalt: Sicherstellung des Lebensbedarfs des Kindes einschließlich Zahlung eines angemessenen Taschengeldes
  • Prozesskostenvorschuss: Die Zahlung eines Verfahrenskostenvorschuss für einen persönlichen Rechtsstreit

Wie wird die Unterhaltspflicht erfüllt?

Es werden überwiegend keine Geldleistungen erbracht wie beim Trennung- oder nachehelichen Unterhalt erbracht, vielmehr werden Leistungen für die Familie zur Verfügung gestellt wie die Nutzung einer Wohnung bzw. eines Hauses, die Krankenversicherung, Arbeitsleistungen im Haushalt etc., Ausnahmen beispielsweise für die Haushaltsführung und das persönliche Taschengeld.

Wann endet der Anspruch auf den Familienunterhalt?

  • Mit der Trennung der Ehegatten. Dann kann ein Anspruch auf Trennungsunterhalt bestehen.
  • Mit dem Tod des Unterhaltverpflichteten und/oder des Unterhaltsberechtigten. Erben haften nicht für künftigen Familienunterhalt.
  • Ausnahmen gibt es, wenn Unterhaltsrückstände bestehen: Die Erben des verstorbenen Unterhaltspflichtigen können in Anspruch genommen werden. Stirbt der Unterhaltsberechtigte steht den Erben das Recht zu, von dem Unterhaltsverpflichten rückständigen Unterhalt zu fordern.
  • Ein Verzicht auf Unterhalt für die Zukunft ist nach §§ 1360a III, 1614 I BGB unwirksam.
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