Trennungsunterhalt, Ehegattenunterhalt, Unterhaltsberechnung

Trennung….was soll ich tun?

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In der Regel kommt es nicht von heute auf Morgen zu einer Trennung der Parteien. Wenn zunehmend Probleme zwischen den Partnern auftreten und wohl möglich schon eine Beziehung zu einem anderen Partner aufgenommen wurde, erscheint eine Trennung unausweichlich. Gehen Sie nicht unbedingt davon aus, dass Sie die Zeit der Trennung und des Scheidungsverfahrens ohne Streit und einvernehmlich überstehen. Es kommt vor, ist aber leider nicht der Regelfall. Denn oftmals kommt es im Verlauf der Trennung zu Streit nicht nur über das liebe Geld, über die Kinder, sondern auch ganz banale Dinge können Anlass für einen Rosenkrieg sein. Wer meint, dass sich alles wieder im Laufe der Zeit einrenkt, sieht sich plötzlich und unvorbereitet einer Trennung gegenüber.

Nutzen Sie das Trennungsjahr 

Ergreifen Sie die Initiative und vereinfachen Sie die Trennung:

  • Sprechen Sie offen mit Ihrem Partner über eine Trennung. Nutzen Sie die Zeit, in der man ohne Streit miteinander redet.
  • Klären Sie, wie die Trennung aussehen soll , ob in der Ehewohnung bzw. ehelichem Hause in Betracht kommt. Andernfalls klären Sie, wer sich eine eigene Wohnung nimmt oder Beide kündigen und ausziehen. Regelmäßig wird die Mutter mit Kind in der vertrauten Umgebung bleiben dürfen, um dem Kind diese Sicherheit nicht zu nehmen. Siehe ergänzend: Was wird mit der ehelichen Mietwohnung? bzw. was wird mit unserer/meiner Immobilie?
  • Weisen Sie den Ausziehenden darauf hin, nicht unangekündigt zu erscheinen, sondern vorab anzurufen. Der andere sollte auch seinen Haus- und Wohnungsschlüssel abgeben. Schließlich wird ihn auch kein Schlüssel der neuen Wohnung ausgehändigt. Nach dem ersten überraschenden Besuch sollten Sie vorsorglich den Schließzylinder austauschen.
  • Wenn einer Ehegatte auszieht, stimmen Sie schon jetzt mit Ihrem Partner ab, wer was vom Hausrat behalten kann. Machen Sie jetzt Kompromisse, wenn Sie sich bei manchen Dingen nicht einigen können. Fertigen Sie ein schriftliches Protokoll an, aus dem die Zuweisung der wesentlichen Gegenstände ersichtlich ist. Beide Parteien sollten das zweifache Protokoll unterschreiben, jeder erhält eines hiervon. Siehe Hausrat.
  • Sinnvoll kann es in Fällen sein, in denen die Verhaltensweisen untereinander schon eskaliert sind, alle eigenen persönlichen Unterlagen aus der Wohnung/dem Haus mitzunehmen, denn leider ist es in solchen Konstellationen kein Einzelfall, wenn einer der Partner Papiere des Anderen verschwinden lässt, aus welchen Gründen auch immer:
    • Ausweispapiere (Personalausweis, Reisepass, Führerschein, Rentenausweis etc.)
    • Eigentumsurkunden, Grundbuchauszug,
    • Kontoauszüge (deren spätere Beschaffung lassen sich die Banken fürstlich bezahlen)
    • Kreditkarten, Kontokarten, Sparbücher, Wertpapiere, Pin und Tan für Konten
    • Schlüssel für Fahrzeug, Bank, Arbeitsplatz…
    • Zeugnisse (Schule, Berufsausbildung, Beruf…)
    • Kfz-Brief, Kfz-Zulassungsbescheinigung
    • Lohnabrechnungen
    • Steuerunterlagen
    • Rentenunterlagen
    • Verträge (z. B. Mietvertrag, Kreditvertrag ) und Versicherungsunterlagen
    • Rechnungen für nicht unwesentliche Wertsachen
    • Stammbuch, Geburtsurkunden der Kinder
    • Kleidung, Fotos, Schmuck
  • Wenn Anhaltspunkte dafür vorhanden sind, dass Probleme mit Unterhaltszahlungen auftreten werden, kann es hilfreich sein, zur Beweissicherung Kopien von Finanzbelegen des Anderen anzufertigen. Gerade bei Selbständigen wird oftmals mit allen Mitteln versucht, das unterhaltsrelevante Einkommen zu drücken.
  • Ändern Sie vorsorglich Passwörter zu Ihrem Konto, zu ihrem Rechner etc. Sicherungsdateien sollten auch nicht mehr offen herumliegen.
  • Fertigen Sie Fotos der Wertgegenstände an, die verteilt werden.

Er/sie ist schon ausgezogen

In diesem Fall hat der Ausziehende vermutlich nur seine persönlichen Dinge mitgenommen. Sie sollten daher unter anderem folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Vereinbaren Sie mit Ihrem Ex einen Termin in der ehelichen Wohnung/Haus und teilen Sie den Hausrat und die jeweiligen persönlichen Dinge auf. Halten Sie diese Vereinbarung schriftlich fest und vergessen Sie nicht Datum und Unterschrift. Diese Maßnahme erspart Ihnen nicht nur späteren Ärger sondern auch Kosten. Vereinbaren Sie zugleich einen möglichst zeitnahen Termin zur Abholung der Gegenstände. Siehe Themenblock Hausrat.
  • Sofern Ihr Partner Zugriff auf Ihr Konto hat, sollten Sie diese Vollmacht gegenüber der Bank widerrufen und ihr Geld auf ein neues Konto überweisen und das alte Konto kündigen, wobei sichergestellt werden muss, dass es nicht zum Verzug mit laufenden Abbuchungen kommt. In diesem Fall sind die Gläubiger der Forderungen (Versorgungswerke, Vermieter etc.) von einem Kontowechsel rechtzeitig zu informieren.
  • Keiner der Beteiligten sollte, trotz bestehender Kontovollmacht, das Konto des anderen oder das gemeinsame Konto leer räumen. Siehe hierzu: Mein Konto – Dein Konto – Unser Konto.
  • Sofern von Ihnen gewünscht, müsste ein etwaig bestehendes Testament geändert werden, da die gesetzlichen Vorschriften nicht bereits Änderung mit der Trennung sondern erst mit der Scheidung herbeiführen
  • Sollte Sie die Bezugsberechtigung aus einer Lebensversicherung ändern wollen, wenden Sie sich an Ihren Versicherer.
  • Wer in der Ehewohnung bzw. im ehelichen Haus wohnen bleibt, sollte spätestens nach dem ersten überraschenden Erscheinen des Ausgezogenen die Zugangsschlösser austauschen.
  • Denken Sie an Ihre Gesundheit. Freunde und Bekannte werden Ihnen sicherlich viele gute Ratschläge geben und Ihnen helfen. Wenn Sie aber merken, dass Ihnen die neue Situation über den Kopf wächst, scheuen Sie sich nicht davor, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
  • Ein Anwalt ist nicht nur Ihr Vertreter sondern auch Ihr Vertrauter und Seelsorger. Insofern sparen Sie am falschen Ende, wenn Sie nicht die richtigen Weichen für eine Trennung bzw. mögliche Scheidung stellen.
  • Sofern Sie von Ihrem Partner finanziell abhängig sind, sollten Sie möglichst schnell einen Anwalt aufsuchen, um den Trennungsunterhalt geltend machen zu können. Siehe Trennungsunterhalt.

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