Trennung: Muss ich nun arbeiten gehen?

  • Grundsätzlich braucht der während der Ehe nicht erwerbstätige Ehegatte keine Erwerbstätigkeit im Trennungsjahr aufnehmen.
  • Wer Kinder im Alter bis zu drei Jahren zu betreuen hat (oder ältere Kinder, sofern sie noch einer darüber hinausgehenden Betreuung bedürfen), braucht während dieser Zeit nicht arbeiten gehen. Nach Erreichen des dritten Lebensjahres besteht eine grundsätzliche Verpflichtung zur vollschichtigen Erwerbstätigkeit, sofern eine Betreuung durch Dritte (Kinderhort, Ganztagsschule etc.) möglich ist.
  • Wer bereits während der Ehe halbtags erwerbstätig war, muss diese Tätigkeit fortführen. Die eigenen Einkünfte werden auf den Trennungsunterhalt angerechnet. Eine vollschichtige Tätigkeit kann aber während des Trennungsjahres nicht verlangt werden.
  • Bei kurzer Ehedauer bzw. Lebenspartnerschaftsdauer (etwa 2 ½ Jahre bis zur Trennung) beginnt die Erwerbsobliegenheit schon vor Ablauf des Trennungsjahres, sofern kein zu betreuendes Kind vorhanden ist. Je nach Sachlage des Einzelfalls kann auch eine Ehedauer von mehr als drei Jahren noch als kurz bezeichnet werden, wenn noch keine wechselseitige persönliche und wirtschaftliche Abhängigkeit auf ein gemeinsames Lebensziel erfolgt ist (Bsp.: Ehegatten haben an getrennten Orten gewohnt bzw. eigenverantwortlich und unabhängig voneinander gewirtschaftet).
  • Enge wirtschaftliche Verhältnisse können Veranlassung zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit schon nach einen Dreivierteljahr der Trennung sein.
  • Bei Betreuung eines oder mehrerer eigener Kinder als auch Kinder aus einer anderen Beziehung schließt die Ausnahme einer Erwerbstätigkeit für die Zeit bis zur Rechtskraft der Scheidung regelmäßig aus.
  • Dauert die Trennung der Parteien länger als ein Jahr, kann unter Berücksichtigung der Berufsaus-bildung, der Erwerbstätigkeit, des Alters, der Ehedauer des unterhaltsberechtigten Ehegatten die Aufnahme / Ausweitung einer Erwerbstätigkeit verlangt werden. Zumutbar ist auch die Aufnahme einer solchen Erwerbstätigkeit, die unter der beruflichen Ausbildung liegt.
  • Neu gemischt werden die Unterhaltskarten, wenn die Rechtskraft der Scheidung eingetreten ist. Dann kommt ein sogenannter nachehelicher Unterhalt nur noch unter eingeschränkten Voraussetzungen in Betracht (bei Kindesbetreuung, Aufstockung, Alter, Krankheit / Gebrechen oder aus Billigkeitsgründen), siehe nachehelicher Unterhalt.

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