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Nach der Scheidung / Aufhebung

Was gibt es zu beachten, wenn die Scheidung ausgesprochen bzw. die eingetragene Lebenspartnerschaft aufgehoben wurde?

 

Rechtskraft des Scheidungs- bzw. Aufhebungsbeschlusses

Die Rechtskraft des Beschlusses tritt einen Monat nach Zustellung des Beschlusses an die Beteiligten ein. Innerhalb dieser Frist kann der Beschluss in der nächsten Instanz überprüft werden.

 

Nachehelicher Unterhalt

Wer bis jetzt noch keinen ihm zustehenden nachehelichen Unterhalt eingefordert hat, sollte dies unverzüglich tun. Wer Trennungsunterhalt bekommen hat, erhält nicht automatisch auch nachehelichen bzw. nachpartnerschaftlichen Unterhalt. Sofern er bzw. sie einen der Unterhaltstatbestände erfüllt (Bsp.: wegen Betreuung eines minderjährigen Kindes, wegen Krankheit, Erwerbslosigkeit etc.), kann ein Unterhaltsanspruch in Frage kommen. Siehe hierzu die Infos zum Thema nachehelicher Unterhalt.

 

Regelungen im Beschluss, Vergleich, Urkunden

Ist in einem der vorgenannten Titel eine Regelung über das Sorge- und Umgangsrecht getroffen worden, bedeutet dies nicht, dass hier keine Änderungen mehr vorgenommen werden können. Hat sich beispielsweise herausgestellt, dass der Vater sein Kind massiv vernachlässigt hat und besteht Gefahr für das Kindeswohl, kann ungeachtet der Rechtskraft des Beschlusses das Gericht wegen Änderung des Umgangsrechts angerufen werden.

Haben sich die Einkommensverhältnisse des Pflichtigen geändert (wesentliche Erhöhung oder Verringerung), kann eine Herabsetzung bzw. ein Wegfall des Unterhaltsanspruch mittels einer Abänderungsklage durchgesetzt werden.

Kommt das Kind in eine neue Altersstufe, kann sich der Berechtigte bzw. dessen Vertreter den Unterhalt, wenn der Pflichtige nicht freiwillig den Mehrbetrag zahlt, mit einer geänderten Jugendamtsurkunde oder mit einer Abänderungsklage tituliert werden.

 

Auskunft über Einkünfte und Vermögen

Da nicht immer bekannt sein wird, ob sich das Einkommen des Unterhaltspflichtigen erhöht hat, kann grundsätzlich alle 2 Jahre erneut Auskunft über dessen wirtschaftliche Verhältnisse verlangt werden.

 

Aufbewahrung von Unterlagen

Werfen Sie nach der Scheidung / Aufhebung nicht die Scheidungspapiere weg. Insbesondere wenn Sie Namensänderungen oder wieder heiraten möchten, sollte zumindest der rechtskräftige Beschluss noch verfügbar sein.

 

Krankenversicherung

Waren Sie gesetzlich im Rahmen einer Familienversicherung mitversichert, endet die Krankenversicherung für Sie 3 Monate nach Eintritt der Rechtskraft des Scheidungsbeschlusses. Bestand bislang für die Familie eine Beihilfeberechtigung, fällt diese bereits mit Rechtskraft der Scheidung weg. Sie sollten in beiden Fällen rechtzeitig Ihre weitere Versicherung planen. Weitere Einzelheiten zum Thema Versicherungen sehen Sie unter Was ändert sich mit der Scheidung.

 

Zugewinnausgleich

Mit Rechtskraft der Scheidung / Aufhebung beginnt die Dreijahresfrist, innerhalb derer Zugewinnausgleichsansprüche geltend gemacht werden können. Eine bloße Mahnung reicht nicht aus, vielmehr muss eine Klage bei Gericht gestellt werden, um die Verjährung zu unterbrechen.

 

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