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Eigenes gemeinsames Konto Anderkonto Oderkonto Guthaben Schulden Vollmacht Kündigung

 

Wegen einer bevorstehenden oder bereits vollzogenen Trennung gibt es oftmals Streit über vorhandene Konten, insbesondere bei einem gemeinsamem Konto und oftmals dann, wenn das Konto Schulden aufweist oder einer der Partner Geldbeträge abhebt. Ob ein Anspruch des anderen Ehegatten/ Lebenspartners auf Schadensersatz in Betracht kommt, hängt davon ab, um was für ein Konto es sich handelt:

Einzelbankkonto

Hierbei ist eine Person Inhaber des Kontos und damit verfügungsberechtigt. Ihm steht das Guthaben auf dem Konto zu, andererseits sind Kontoschulden auch allein seine Schulden.

Oftmals wird dem anderen Partner während einer intakten Ehe oder Lebenspartnerschaft für dieses Konto eine Vollmacht erteilt. Mit dieser Vollmacht kann der Bevollmächtigte von dem Konto beispielsweise Gelder für die laufenden Bedürfnisse der gemeinsamen Lebensführung und die eigenen persönlichen Bedürfnisse. Solange diese Vollmacht im Zeitpunkt der Trennung noch nicht gegenüber der Bank widerrufen wurde, kann der Bevollmächtige auf dieses Konto zugreifen.

Problem Kontoplünderung:

Trennen sich die Eheleute/Lebenspartner, hat der Bevollmächtigte kein Recht mehr, Verfügungen zu Lasten des Kontos vorzunehmen. Hebt er dennoch Gelder ab oder räumt gar das Konto leer, stehen dem Kontoinhaber Schadensersatzansprüche aus unerlaubter Handlung und angemaßter Geschäftsführung (§ 687 II BGB, zudem Herausgabeansprüche) zu. Ob ihm diese Ansprüche aber jemals sein Geld wiederbringen, ist von den Einkommensverhältnissen des Abräumenden abhängig. Letztlich sollten strafrechtliche Konsequenzen aber den Abräumer von seinem Tun abhalten.

Dem Kontoinhaber kann nur geraten werden, bei Trennung eine bestehende Vollmacht sofort gegenüber der Bank zu widerrufen und eine dem Partner zur Verfügung gestellte Konto- bzw. Kreditkarte sperren zu lassen. Wenn Ihr Partner allerdings Unterhaltsansprüche gegen Sie hat, sollten sie ihm die Kontoveränderungen mitteilen und sicherstellen, dass er Geld zum Leben hat. Entweder man zahlt ihm einen pauschalen Abschlag unter Vorbehalt der Rückforderung, wenn der Betrag zu hoch ist, und lässt sich, wenn keine Überweisung erfolgen kann, den Betrag quittieren, oder man wendet sich gleich an einen Familienrechtsanwalt, und lässt sich den Unterhalt berechnen.

Gemeinschaftsbankkonto

Kennzeichnend für ein Gemeinschaftsbankkonto ist zunächst, dass es mehr als nur einen Kontoinhaber gibt, die auch namentlich auf den Kontoauszügen genannt werden. Dieses Konto kann in zweierlei Varianten, dem „Und-Konto“ bzw. dem „Oder-Konto“, eingerichtet werden:.

  • Und-Konto

Bei dieser Kontovariante können die beiden Kontoinhaber nur gemeinsam Verfügungen treffen. Ohne Unterschrift auch des anderen Partners kann weder eine Überweisung noch eine Abhebung erfolgen.

  • Oder-Konto

Dieses Konto macht dann Sinn, wenn das Vertrauen in den Partner vorhanden ist und man flexible und schnelle Verfügungen eines jeden Einzelnen beabsichtigt. Zudem spart man die Kosten für ein zweites Konto.

Die Kontoinhaber sind Gesamtgläubiger mit der Folge, dass jedem ein gleich hoher Anteil an einem Guthaben aber auch an den Schulden des Kontos zusteht.

Wer anlässlich einer Trennung mehr als seinen auf ihn fallenden hälftigen Anteil abhebt, macht sich schadens-ersatzpflichtig. Unter bestimmten Voraussetzungen kann mit einem Unterhaltsanspruch aufgerechnet werden, wenn der Abhebende den Differenzbetrag zur Hälfte nicht zurückzahlen kann.

Vorbeugend sollte im Falle einer Trennung entweder das Gemeinschaftskonto gekündigt werden. Zudem sei die Einrichtung eines eigenen Einzelbankkontos empfohlen, auf welches Löhne und sonstiges Einkommen überwiesen werden können. Teilen Sie unbedingt schriftlich Ihrem Arbeitgeber und anderen Überweisenden die Kontoänderung mit.

Bausparkonto

Wenn ein gemeinschaftliches Bausparkonto geführt wird, ist während des intakten Zusammenlebens der Eheleute/Lebenspartner davon auszugehen, dass das angesparte Geld beiden Partnern zu gleichen Teilen nach erfolgter Kündigung des Vertrages zusteht.

Wer Einzahlungen auf den Bausparvertrag seines Ehegatten/Lebenspartners vornimmt, nimmt entweder eine Schenkung vor oder es liegt eine ehebedingte Zuwendung vor. Eine Schenkung kann wegen schwerer Verfehlungen des anderen widerrufen werden; eine ehebedingte Zuwendung ist regelmäßig über den Zugewinnausgleich abzuwickeln, in deren Rahmen ihm die Hälfte der Zuwendungen angerechnet wird.

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