Unterhalt Zugewinn Schulden Finanzen

Zahlungsdauer Kindesunterhalt und Ausbildungskosten

Bedürftigkeit des Kindes

Nachehelicher Unterhalt wegen Billigkeit

Solange das minderjährige Kind keine eigenen anzurechnenden Einkünfte oder eigenes Vermögen besitzt, ist es bedürftig und hat somit, sofern keiner der nachfolgende Punkte greift, Anspruch auf Zahlung von Kindesunterhalt.

Berufsausbildung oder Studium

Entgegen langläufiger Meinung endet der Unterhalt für das volljährige Kind nicht mit 27 Lebensjahr. Vielmehr missen die Eltern Ihrem Kind Unterhalt bis zum Abschluss der ersten berufsqualifizierten Ausbildung (Berufsausbildung oder Studium) zahlen, das heißt, sie müssen grundsätzlich nur die Erstausbildung ihres Kindes finanzieren, also auch über den Zeitpunkt des Eintritts des Kindes in die Volljährigkeit hinaus. Die Verpflichtung der Eltern zur Finanzierung einer Ausbildung soll es dem Kind ermöglichen, in Zukunft seinen eigenen Lebensbedarf verdienen zu können.

Regelstudienzeit

Die Regelstudienzeit stellt keine Begrenzung von Unterhaltszahlung des Pflichtigen dar. Das Kind hat Unterhaltsansprüche, sofern es seine Ausbildung mit Planung und Zielstrebigkeit entsprechend seiner Neigungen und Fähigkeiten innerhalb angemessener und üblicher Dauer absolviert. Es muss dem Kind auch eine gewisse Zeit der Orientierung von maximal 2 Semestern eingeräumt werden, wenn es die Fachrichtung oder die Ausbildung wechselt.

Prüfungswiederholungen

Auch bei Prüfungswiederholungen besteht ein fortgesetzter Ausbildungsanspruch, sofern von einem positiven Abschluss der Ausbildung ausgegangen werden kann.

Wartezeit auf Ausbildungsplatz / Studienplatz

Wartezeiten auf einen Studienplatz bzw. Ausbildungsplatz verlängern regelmäßig nicht die Verpflichtung zur Zahlung von Unterhalt. Während der Wartezeit muss der Unterhaltsberechtigte sich um eine Erwerbstätigkeit bzw. um ein Praktikum etc. bemühen.

des Kindes können im Einzelfall zu einer zeitlich unbeschränkten Unterhaltsverpflichtung führen.

Wohlhabende Eltern

Bei sehr günstigen elterlichen Verhältnissen kann der Unterhaltsberechtigte auch verlangen, auf ein Internat und Privatschule zu gehen oder Studium im Ausland oder an einer Eliteuniversität zu absolvieren.

Zweitausbildung

Es gibt verschiedene Gründe, wonach eine Zweitausbildung für das Kind von den Eltern zu finanzieren ist. Hier die Stichworte: Gesundheitliche Gründe, Ungeeignetheit der ersten Ausbildung für das Kind, Aufstockung eines Studiums nach abgeschlossener Lehre, Masterstudiengang nach dem Bachelor-Abschluss. Weitere Einzelheiten zu dem Thema Zweitausbildung lesen Sie hier.

Promotion

Mit erfolgreichem Abschluss des Studiums endet regelmäßig die Unterhaltspflicht der Eltern. Ob für die Dauer einer Promotion weiterer Unterhalt zu zahlen ist, kann nicht pauschal beantwortet werden. Es gibt Berufe, in denen ein Doktortitel ein Muss ist. Hier gehören insbesondere Ärzte und Tätigkeiten im naturwissenschaftlichen Bereich. Zur Wahrung der Chancengleichheit ist hier regelmäßig ein Doktortitel notwendig.

Unterhalt für die Vergangenheit

Grundsätzlich gibt es keinen Unterhalt für die Vergangenheit, denn der Unterhalt soll dem gegenwärtigen Unterhaltsbedarf des Kindes dienen. Hat der Unterhaltspflichtige den Unterhalt aber nicht an sein Kind gezahlt, obwohl er hierzu aufgefordert wurde, kann Unterhalt rückwirkend ab dem Monat, in dem die Forderung geltend gemacht wurde, nachgefordert werden. Weitere Infos finden Sie hier.

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