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Wie kommt das Kind an den Unterhalt

Kindesunterhalt Düsseldorfer Tabelle Jugendamt Urkunde

Zahlen die Unterhaltsschuldner (hier, die Eltern) aufgrund einer Vereinbarung freiwillig nach ihrer Trennung oder Scheidung Unterhalt für ihr volljähriges Kind, ist dies schon mal ein guter Ansatz. Die Höhe der Zahlung sollte aber durch einen Anwalt überprüft werden, da die Schuldner oftmals -auch aus Unwissenheit- zu wenig Unterhalt zahlen. Zur Erinnerung: Beim volljährigen Kind sind beide Elternteile für den Unterhalt verantwortlich.

Jugendamt und Unterhalt

Zahlt der Unterhaltschuldner keinen Unterhalt, kann der Elternteil, bei dem das Kind lebt, zum Jugendamt gehen. Dort kommt man schnell an einen Titel, um Unterhalt vom Anderen fordern zu können. Was, wenn der Andere trotzdem keinen Unterhalt zahlt? Dann kann man beim Jugendamt eine freiwillige Beistandschaft beantragen. Das Amt versucht dann, Unterhalt von dem Pflichtigen einzufordern.

Vereinfachtes Unterhaltsverfahren

Unterhalt für Kinder bis zum 21. Lebensjahr kann auch über ein vereinfachtes Unterhaltsverfahren geltend gemacht werden. Mittels dieses Formulars kann das Kind, vertreten durch den betreuenden Elternteil, bei Gericht Kindesunterhalt fordern. Das Gericht wird den Unterhaltspflichtigen dann zur Auskunft über seine eprsönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse auffordern.

Rechtsanwalt und Kindesunterhalt

Alternativ kann man auch einen Rechtsanwalt mit der Durchsetzung von Unterhalt beauftragen. Die Kosten hierfür muss man entweder selbst tragen. Sind die eigenen Einkünfte beschränkt, besteht für die außergerichtliche Geltendmachung die Möglichkeit der Beratungshilfe.

Aufforderung zur Auskunft und Zahlung von Unterhalt

Wird kein Unterhalt gezahlt, müssen die Schuldner zur Zahlung aufgefordert werden. Da die Unterhaltsberechnung im Einzelfall recht kompliziert sein kann vor allem, wenn es mehrere Unterhaltsberechtigte gibt, sollten Sie sich von einem Anwalt beraten lassen. Er wird von den Unterhaltsschuldnern zunächst Auskunft über deren Einkommensverhältnisse verlangen, siehe Auskunftspflicht. Kommen die Unterhaltsverpflichteten dieser Verpflichtung nach, wird deren Leistungsfähigkeit geprüft, d. h. ob und in welcher Höhe der Unterhalt zu zahlen ist. Wer mehr verdient, zahlt auch mehr. Sodann werden sie aufgefordert, einen bestimmten Unterhaltsbetrag monatlich zu Händen des Kindes zu zahlen.

Es wird keine Auskunft erteilt

Erteilen die Eltern keine Auskunft über ihr Einkommen, haben diese die Gelegenheit zu geben, für das Kind kostenfrei einen Unterhaltstitel beim Jugendamt zu besorgen. Das Jugendamt wird allerdings für die Unterhaltsberechnung Einkommensnachweise der Eltern verlangen.

Das Kind kann sich mittels Verfahrenskostenhilfe einen kostenfreien Anwalt besorgen, der Auskunftsklage mit kombinierter Zahlungsklage (sogenannte Stufenklage) bei Gericht erhebt.

Liegt bereits eine rechtskräftige Entscheidung des Gerichts vor und haben die Pflichtigen immer keine oder vollständige Unterhaltszahlungen geleistet, kann mit dem gerichtlichen Titel die Zwangsvollstreckung in das Vermögen der Pflichtigen in Gang gesetzt werden. Beispielsweise kommt eine Pfändung von Arbeitseinkommen, Kontopfändung etc. in Betracht.

Wer trotz bestehender Leistungsfähigkeit keinen Unterhalt zahlt, kann den Tatbestand der Verletzung seiner Unterhaltspflicht nach § 170 StGB (Strafgesetzbuch) erfüllen, was mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet werden kann.

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