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Sorgerecht

Sorgerecht gemeinsames alleiniges

Eltern haben, unabhängig davon, ob sie zusammenleben oder getrennt, die Pflicht und das Recht, sich um das Wohl ihres Kindes zu sorgen. Das Sorgerecht umfasst hierbei die Personensorge (Pflege und Erziehung) und die Vermögenssorge.

Verheiratete Eltern

Gemeinsames Sorgerecht

Ist ein Kind während der Ehe geboren worden oder haben die Eltern nach der Geburt des gemeinsamen Kindes geheiratet, wird automatisch ein gemeinsames Sorgerecht begründet. Hieran ändert sich grundsätzlich auch nicht, wenn sich die Kindeseltern trennen oder scheiden lassen.

Auch wenn die Betonung auf dem gemeinsamen Sorgerecht liegt, bedeutet dies im Alltag nicht, dass sich getrenntlebende oder geschiedene Eltern über alle für das Kind zu treffenden Entscheidungen einig sein müssen. Dies ist auch schon deshalb nicht möglich, wenn das Kind beispielsweise mit der Mutter zusammenlebt, während der Kindesvater eine eigene Wohnung hat. Die Kindesmutter wird in diesem Fall die alltäglichen Entscheidungen für das Kind ohne Rücksprache mit dem Kindesvater treffen, Bsp.: Wann muss das Kind ins Bett gehen, wie lange und welche Sendung dürfen im Fernsehen angeschaut werden; Zugang zum Internet, Gestaltung der Freizeit, Bekleidung, Taschengeld. Andere Entscheidungen -wie Schul- und Berufsausbildung, gewichtige medizinische Behandlungen (nicht im Notfall), Wechsel des Wohnortes, Verfügungen über das Kindesvermögen etc.- sind mit dem anderen Sorgeberechtigten abzusprechen.

Alleiniges Sorgerecht

gibt es,

  • wenn sich die Eltern einig sind oder
  • dem anderen Elternteil auf Antrag das Sorgerecht entzogen wird (nur ausnahmsweise bei besonderen Gründen).

Unverheiratete Eltern

Gemeinsames Sorgerecht

Die Reform des Sorgerechts für nicht miteinander verheirateter Eltern hat die Rechte des unverheirateten Vaters gestärkt. Zwar hat die Kindesmutter zunächst nach wie vor das alleinige Sorgerecht für das gemeinsame Kind. Verweigert sie dem Kindesvater das gemeinsame Sorgerecht, kann er sich zunächst an das Jugendamt wenden. Bleibt die Mutter bei ihrer bisherigen Weigerung, kann der Vater bei Gericht einen Antrag auf gemeinsames Sorgerecht stellen. Dieses Sorgerecht soll nur noch dann abgelehnt werden können, wenn es dem Kindeswohl schaden würde.

Alleiniges Sorgerecht

Wenn besondere Gründe nachgewiesen werden können, kann dem Kindesvater auch das alleinige Sorgerecht zustehen. Das Gericht prüft, ob eine gemeinsame Sorge nicht in Betracht kommt und ob die Übertragung des alleinigen Rechts auf den Vater dem Kindeswohl am ehesten entspricht.

Was versteht man unter Kindeswohl?

Das Recht des Kindes auf

  • gewaltfreie Erziehung (= Körperlichen und seelische Verletzungen des Kindes sind nicht zulässig.);
  • Ermöglichen von Bildung und Ausbildung sowie Förderungen seiner Neigungen und Fähigkeiten unter Berücksichtigung der Kindeswünsche;
  • keine Behinderungen oder Einschränkungen der eigenen Entwicklung;
  • Kontakt zu beiden Elternteilen, seiner Geschwistern sowie den dahinterstehenden Familien (Umgangsrecht)
  • Pflege, Betreuung und Versorgung.

Wann endet die elterliche Sorge?

  • mit Vollendung des 18. Lebensjahres, also mit Eintritt des Kindes in die Volljährigkeit;
  • mit Freigabe des Kindes zur Adoption;
  • mit Heirat des Kindes. Ist das Kind zwischen 16 und 18 Jahre alt, wird das Sorgerecht für den minderjährigen Ehegatten auf den volljährigen Ehegatten übertragen.
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