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Mangelfall beim Kindesunterhalt

Mangelfall

Wenn das Einkommen der Eltern nach Abzug deren Selbstbehalte (=Betrag, der ihnen gegenüber dem jeweiligen Unterhaltsberechtigten zur Sicherung ihres Lebensbedarfs grundsätzlich in voller Höhe zur Verfügung stehen muss) nicht ausreicht, um den Unterhaltsbedarf aller Berechtigter in voller Höhe zu decken, liegt ein sogenannter Mangelfall vor.

Was muss der Unterhaltsschuldner selbst tun?

Bevor eine Mangelfallberechnung vorgenommen wird, in der der Unterhalt des Kindes unter Berücksichtigung des Selbstbehaltes des Pflichtigen gekürzt wird, ist zu prüfen, welche Anstrengungen die Unterhaltsschuldner unternehmen müssen, um ihr Einkommen zu erhöhen.

Bsp.: 1 Unterhaltsberechtigter und ein leistungsbeschränkter Elternteil

M verdient aus vollschichtigen Tätigkeit nach Abzug ehebedingter Schulden monatlich 1.550 €
Die von ihm geschiedene F lebt im Ausland mit unbekanntem Aufenthaltsort.
K ist 18 Jahre alt, hat seine Ausbildung abgeschlossen und macht zurzeit ein Praktikum. Er lebt in der Wohnung des M. Das Kindergeld bekommt er selbst von der Familienkasse überwiesen.

Sein Bedarf ergibt sich aus der Einkommensgruppe 2 (Höherstufung wegen nur eines Unterhaltsberechtigten) + der Altersstufe 4 des K, somit 554 € – vollen Kindergeldes von 194 €=

360€
Wenn M den vollen Unterhalt an K zahlen würden, verblieben ihm ( 1.550 – 360=) 1.190 €
also weniger als sein Selbstbehalt von 1.300 €. Daher liegt ein Mangelfall vor:
M muss daher nur den Differenzbetrag zwischen seinem Einkommen und seinem Selbstbehalt an K zahlen: (1.550 – 1.300=) 250 €

Ergänzende und ausführliche Informationen finden Sie unter Mangelfall.

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