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Kindergeld und Kinderfreibetrag

Kindergeld Kinderfreibetrag Verrechnung Kindeshalt Unterhalt für das Kind

Kindergeld und Kinderfreibetrag werden vom Staat zur finanziellen Entlastung der Eltern gezahlt. Um Kindergeld beziehen zu können, muss ein entsprechender schriftlicher Antrag bei der Familienkasse gestellt werden; für Angestellte des öffentlichen Dienstes ist der Antrag an die Besoldungsstelle zu richten.

Wer kann Kindergeld bekommen?

  • Deutsche mit Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland;
  • Deutsche, die im Ausland wohnen, aber in Deutschland uneingeschränkt einkommenssteuerpflichtig sind;
  • Ausländer mit Niederlassungs- oder Aufenthaltserlaubnis;
  • Unanfechtbar anerkannte Flüchtlinge und Asylberechtigte

Für welche Kinder wird Kindergeld gezahlt?

  • leibliche und adoptierte Kinder
  • im Haushalt aufgenommene Stiefkinder und Enkelkinder
  • Pflegekinder

mit Wohnsitz bzw. gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland oder einen EU-Land oder im EU-Wirtschaftsraum.

Wie lange wird Kindergeld gezahlt?

  • grundsätzlich bis zur Vollendung des 18 Lebensjahres für alle Kinder
  • bis zum 21. Lebensjahr für arbeitslose Kinder
  • bis maximal zum 25. Lebensjahr für Kinder, die sich noch in der Schul- bzw. Berufsausbildung befinden. Die Kindergeldzahlung endet auch schon vorher mit Abschluss der Schul- oder Berufsausbildung.
  • über das 25. Lebensjahr hinaus ohne altersmäßige Beschränkung

für Kinder, die ihren Lebensbedarf wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung nicht selbst bestreiten können, sofern die Behinderung vor dem 25. Lebensjahr eingetreten ist.

Kindergeld ab Juli 2019:

  • für das erste und zweite Kind
= monatlich jeweils 204,-€
  • für das dritte Kind
= monatlich 210,-€
  • ab dem vierten Kind
= monatlich 235,-€/Kind

Eigenes Einkommen des Kindes

Regelung ab dem 01.01.2012: Die Grenze von 8.004 € für Einkommen und Bezüge des volljährigen Kindes entfällt. Hat das Kind eine höheres Einkommen als 8.004 €, erlischt der Kindergeldanspruch und das Kind muss bereits empfangene Geld ab der Überschreitung der Einkommensgrenze zurückzahlen. Bei den Kindern, die ihr erstes Studium oder ihre erste Ausbildung absolvieren, erfolgt somit keine Prüfung ihrer Einkommenshöhe. Bei einer Zweitausbildung wird Kindergeld nur dann gezahlt, wenn das Kind weniger als 20 Stunden in der Woche jobbt.

Verrechnung des Kindergeldes mit dem Unterhalt

Wer den Kindesunterhalt selbst berechnet sollte keine Fehler machen. Wie man sein Nettoeinkommen richtig berechnet und Wie das Kindergeld mit den Unterhaltsansprüchen verrechnet wird, ist bei minderjährigen Kind anders geregelt als beim volljährigen Kind:

Kindergeld bei dem minderjährigen Kind

Das Kindergeld für das minderjährige Kind (5 Jahre) steht jedem Elternteil zur Hälfte zu. Bezieht der betreuende Elternteil das Kindergeld, kann der barunterhaltspflichtige Elternteil die Hälfte des Kindergeldes von Unterhalt abziehen:

Bsp.: K lebt bei der F, die das Kindergeld von 204 € erhält. Nach der Düsseldorfer Tabelle muss M aufgrund seines Einkommens von einen Kindesunterhalt von 372 € zahlen. Hiervon kann er aber 102 € (=hälftiges Kindergeld) abziehen. M hat somit (372 -102=) 270 € Unterhalt für K zu zahlen.

Kindergeld bei dem privilegiert volljährigen Kind und beim volljährigen Kind

Beim Volljährigen ist das Kindergeld als eigenes Einkommen anzusehen. Eigenes Einkommen mindert den Unterhaltsbedarf des volljährigen Kindes. Der volle Kindergeldbetrag wird daher von dem zu zahlenden Kindesunterhalt abgezogen:

Bsp.: Der volljährige K studiert und lebt in einer eigenen Wohnung. Er hat einen Unterhaltsbedarf nach der Düsseldorfer Tabelle von 735 €. Das Kindergeld von 204 €, das dem K entweder direkt von der Familienkasse überwiesen wird oder von dem betreffenden Elternteil, ist in voller Höhe auf den Unterhalt von 735 € anzurechnen. Die Eltern schulden K daher einen monatlichen Unterhalt von (735 – 204=)  531 €.

Einzelheiten gibt es in den Themenblöcken privilegiert volljähriges Kind und volljähriges Kind.

Kinderfreibetrag

Der Anspruch auf den Kinderfreibeträge (oder Kinderfreibeträge bei mehreren Kindern) wird ab dem Monat gewährt, in dem das Kind geboren ist. Er endet spätestens mit 25 Jahren, wenn es sich noch in einer Berufsausbildung befindet oder studiert.

Er steht den Eltern je zu Hälfte zu (bei einem Kind also 0,5). Absprachegemäß kann der volle Freibetrag auf einer der Eltern übertragen werden.

Der Kinderfreibetrag (7.428 €) kommt alternativ zum Kindergeld als eine Entlastung der Eltern in Form einer Steuerersparnis in Betracht. Eine Steuerentlastung, die man sich durch die Eintragung dieses Freibetrages erhofft, greift jedoch in den meisten Fällen nicht, wenn Kindergeld gezahlt wird. Der Staat gewährt nur eine Steuerentlastung, entweder durch Zahlung des Kindergeldes oder durch Berücksichtigung des Kinderfreibetrages. Bei einem zu versteuernden Einkommen ab etwa 48.000 € kann es für den besser Verdienenden günstiger sein, anstelle des Kindergeldes den Kinderfreibetrag zu beanspruchen. Das Finanzamt stellt von Amts wegen alljährlich im Rahmen der Einkommenssteuererklärung eine Günstigerprüfung an, ob die Variante des Kinderfreibetrags eine höhere Steuerersparnis bringt oder das bereits gezahlte Kindergeld. Ist die Steuerlast unter Berücksichtigung des Kinderfreibetrages geringer, wird das gezahlte Kindergeld mit der Steuer verrechnet, es erfolgt somit faktisch eine Rückzahlung des Kindergeldes.

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