Scheidungsanwalt

Anwaltswechsel: Was ist zu beachten?

Ein Anwaltswechsel ist selbstverständlich möglich. Es gibt aber Manches zu beachten:

Anwaltswechsel Wechsel Anwalt

Zwischen dem Mandanten und dem Anwalt besteht ein Dienstleistungsverhältnis, das jederzeit gekündigt werden kann. Kommt der Mandant zu dem Schluss, der Anwalt vertritt die übertragene

Angelegenheit nicht richtig, bekommt man keine Antworten auf Fragen oder ist das Vertrauensverhältnis nicht mehr vorhanden, stellt sich die Frage nach einem Anwaltswechsel.

Gründe für den Anwaltswechsel

  • Keine Erreichbarkeit, kein Rückruf, lässt sich verleugnen;
  • Unzuverlässigkeit: Hält Absprachen und Termine nicht ein;
  • Einlegung eines Rechtsmittels ohne Rücksprache;
  • Keine Informationen über Stand der vertretene Sache;
  • Reicht keine Schreiben des Gerichts oder der Gegenseite ein;
  • Ist völlig überfordert mit der Rechtssache

Kosten beim Wechsel des Anwalts

Oft ist dieser mit zusätzlichen Kosten für den Mandanten verbunden. Denn der bisherige Anwalt wird regelmäßig nicht auf seine bereits verdienten Gebühren verzichten. Dies gilt vor allem, wenn er schon umfangreich in der Sache tätig geworden ist. Wichtig ist auch, welchen Grund der Anwalt gibt, das Mandat mit ihm zu beenden. Eien pauschale und verbindliche Antwort kann nicht gegeben werden. Denn hierfür ist der Einzelfall entscheidend.

Bevor Sie jedoch den Anwalt wechseln, sollten Sie diesen auf alle Punkte hinweisen, die aus Ihrer Sicht unzumutbar sind, an dem Vertrag mit ihm festzuhalten. Hierzu ist es wichtig, Beweise vorzulegen. Vielleicht verzichtet er ganz auf seine Gebühren,was schriftlich bestätigt werden sollte. Oder Sie finden mit ihm eine vernünftige Kostenlösung, mit der Sie zufrieden sind.

Anwaltswechsel bei Verfahrenskostenhilfe (Prozesskostenhilfe)

Auch wenn ein Verfahrenskostenhilfeantrag bereits gestellt oder gar vom Gericht bewilligt worden ist, kann der Anwalt gewechselt werden. Die Staatskasse wird die Gebühren und Auslagen eines Anwalts meist nur einmal zahlen. Es gibt aber dennoch Möglichkeiten, Verfahrenskostenhilfe auch für den zweiten Anwalt zu bekommen:

  • Hat der erste Anwalt noch keinen Gerichtstermin in Ihrer Sache wahrgenommen, steht ihm nur die Verfahrensgebühr nebst Auslagen zu. Nimmt der zweite Anwalt einen solchen Termin vor Gericht wahr, steht diesem allein die Terminsgebühr zu. Zu überlegen ist, ob Sie die Verfahrensgebühr des ersten Anwalts selbst tragen wollen.
  • Zudem müssen für einen Anwaltswechsel objektive, triftige Gründe vorliegen, Bsp. nachhaltig gestörtes Vertrauensverhältnis (insbesondere in Familiensachen, OLG Frankfurt vom 03.08.2000, 1 WF 143/00), unsachgenäße oder nicht abgestimmte Vertretung.
  • Kann eine schlechte Leistung des bisherigen Anwalts gegenüber dem Gericht nachgewiesen werden, werden unter Umständen auch die Kosten des zweiten Anwalts von der Landeskasse getragen, wenn das Gericht die Gründe als stichhaltig akzeptiert. Pauschale Argumente reichen in keinem Fall aus. Ansonsten trägt der Mandant auch die zusätzlichen Kosten für den zweiten Anwalt.
  • Auch der zweite Anwalt bekommt die vollen Gebühren und Auslagen, wenn der bisherige Anwalt das Mandat niederlegt und der Mandant die Niederlegung nicht durch eigenes, sachlich nicht gerechtfertigtes oder mutwilliges Verhalten verursacht hat (LAG Hamburg vom 28.04.2011, 4 Ta 26/10).
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