Scheidungsanwalt

Anwaltswechsel: Was ist zu beachten?

Ein Anwaltswechsel ist selbstverständlich möglich, es gibt aber Manches zu beachten. Zwischen dem Mandanten und dem Anwalt besteht ein Dienstleistungsverhältnis, das jederzeit gekündigt werden kann. Kommt der Mandant zu dem Schluss, der Anwalt vertritt die

Anwaltswechsel Wechsel Anwalt

übertragene Angelegenheit nicht richtig, bekommt man keine Antworten auf Fragen oder ist das Vertauenverhältnis nicht mehr vorhanden, stellt sich die Frage nach einem Anwaltswechsel. Regelmäßig ist dieser mit zusätzlichen Kosten für den Mandanten verbunden. Denn der bisherige Anwalt wird regelmäßig nicht auf seine bereits verdienten Gebühren verzichten vor allem, wenn er schon umfangreich in der Sache tätig geworden ist. Es ist jedoch ein Versuch wert, mit ihm über das Mandat zu sprechen und eine vernünftige Kostenlösung zu treffen.

Anwaltswechsel bei Verfahrenskostenhilfe (früher Prozesskostenhilfe)

Auch wenn ein Verfahrenskostenhilfeantrag (Prozesskostenhilfe) bereits gestellt oder gar vom Gericht bewilligt worden ist, kann der Anwalt gewechselt werden. Die Staatskasse wird die Gebühren und Auslagen eines Anwalts meist nur einmal zahlen. Es gibt aber dennoch Möglichkeiten, Verfahrenskostenhilfe auch für den zweiten Anwalt zu bekommen:

  • Hat der erste Anwalt noch keinen Gerichtstermin in Ihrer Sache wahrgenommen, steht ihm nur die Verfahrensgebühr nebst Auslagen zu. Nimmt der zweite Anwalt einen solchen Termin vor Gericht wahr, steht diesem allein die Terminsgebühr zu. Zu überlegen ist, ob Sie die Verfahrensgebühr des ersten Anwalts selbst tragen wollen.
  • Zudem müssen für einen Anwaltswechsel objektive, triftige Gründe vorliegen, Bsp. nachhaltig gestörtes Vertrauensverhältnis (insbesondere in Familiensachen, OLG Frankfurt vom 03.08.2000, 1 WF 143/00), unsachgenäße oder nicht abgestimmte Vertretung.
  • Kann eine schlechte Leistung des bisherigen Anwalts gegenüber dem Gericht nachgewiesen werden, werden unter Umständen auch die Kosten des zweiten Anwalts von der Landeskasse getragen, wenn das Gericht die Gründe als stichhaltig akzeptiert. Pauschale Argumente reichen in keinem Fall aus. Ansonsten trägt der Mandant auch die zusätzlichen Kosten für den zweiten Anwalt.
  • Auch der zweite Anwalt bekommt die vollen Gebühren und Auslagen, wenn der bisherige Anwalt das Mandat niederlegt und der Mandant die Niederlegung nicht durch eigenes, sachlich nicht gerechtfertigtes oder mutwilliges Verhalten verursacht hat (LAG Hamburg vom 28.04.2011, 4 Ta 26/10).
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